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Geris Ländlertipp vom 25. Oktober 2017

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Beständig bodenständig

Das ist beeindruckend: Am Samstag, 4. November, wird bereits zum 70. Mal zu einem Schwyzerörgäli- und Muulörgäli-Obig in die Ausserschwyz geladen. Damit weist dieser urchige und bodenständige Anlass eine derart unermüdliche und beharrliche Konstanz auf, die eine Permanenz über viele weitere Jahre hinweg nicht ausschliesst. 

Der erste Schwyzerörgäli- und Muulörgäli-Obig fand am 10. November 1972 in Pfäffikon statt. Der Erfolg war so riesig, dass der Anlass fortan jährlich zweimal pro Wochenende über die Bühne des Sternen ging. Bis 1997 blieb das so. Weil es im ersten Jahr  1972 nur einen Obig gab, legte man sich 1997 ebenfalls auf eine Ausgabe fest, womit die runde Zahl 50 erreicht wurde. Bis dahin und damit 50 Ma, führte der unverwüstliche Chaschbi Gander – er wird am 4. Januar 90-jährig und ist am bevorstehenden Konzert zusammen mit  Schwager Dolfi Rogenmoser (83) ebenfalls zu hören! – durch den Abend. 1998 wurde der Anlass in die Buechberghalle nach Wangen gezügelt. Der urchig-witzige Franz Zihlmann präsentiert dort als Nachfolger Ganders zum 20. Mal das bunte Programm der 70. Auflage.

Der Schwyzerörgäli-Obig ist allerdings trotz der erreichten Zahl 70 nicht das älteste Ländlertreffen der Schweiz. Der erwähnte Chaschbi Gander war bereits 1961 Mitorganisator und Moderator des Beckenrieder Ländlertreffens, das 45 Mal im Mond und fünf Mal im Schützenhaus zu Beckenried stattgefunden hatte. Um die Sechziger gab es noch weitere Konzerte in grossen Sälen: Kunsthauskonzert in Luzern, von Alois Schilliger iniziiert, das Spirgartenkonzert in Zürich Altstetten, das Ländlerkonzert im Limmathaus in Zürich oder jenes im Schinzenhof in Horgen. 1964 wurde ebenfalls zum Ländlerkonzert in Brunnen geladen, das nach einem mehrjährigen Unterbruch seit ein paar Jahren wieder Urständ feiert und von der Zündhölzli-Musig Brunnen organisiert wird. Seit über dreissig Jahren laden die welschen Volksmusikfreunde jedes Jahr auch zu ihrem «Festival de musique champêtre» in Les Diablerets ins Maison de Congrès. An Stelle der grossen Säle, die für 300 bis 500 Personen Platz boten und in denen vor 40, 50 Jahren die Konzertbesucher noch rauchten wie die Bürstenbinder, sind tolle Festivals getreten (Appenzell, Altdorf, Weggis). Was die die Bürstenbinder rauchten? Keine Ahnung. Es ist ja gottlob nicht mehr wie einst. Und das Handwerk Bürstenbinder ist auch längst ausgestorben…

Geris Ländlertipp mit vielen aktuellen Ausgehtipps gibt es jeweils auch akustisch auf www.radiotell.ch