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Geris Ländlertipp vom 6. September 2017

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Dank Grossmufti und Freunden

1967 wurde im Bündnerland die Grossformation Schwyzerörgeli-Fründa Felsberg gegründet. Mitgründer war auch der legendäre Hans Fischer (1903-1986) aus Chur, in Ländlerkreisen «Grossmufti» genannt. Nicht er (leider), aber doch einer der ihren, wurde später Bundesrat. Leon Schlumpf (1925-2012) wohnte in Felsberg, spielte Akkordeon, Klavier und Schwyzerörgeli, musizierte mit der einheimischen Kapelle Bernina und komponierte unter dem Pseudonym Raetus Telena Tänze, die auch von den Felsberglern intoniert wurden. Die Formation spielt noch heute im typischen Bündnerstil in der Besetzung mit Klarinetten, Schwyzerörgeli und Kontrabass, wobei beim Aufspielen durchaus auch mehrere Bassgeiger eingesetzt werden. Im März dieses Jahres feierten die Felsbergler ihr 60-Jahr-Jubiläum.

Der Erfolg und die stets steigende Beliebtheit dieser ersten Ländler-Grossformation führte zu weiteren Gründungen im ganzen Lande. Sie tragen Namen ihrer Herkunft (Berner-, Thuner-, Basler-Schwyzerörgeli-Fründe), nennen sich Eulach- oder Grauholz-Örgeler, auch Joner Sö-Club, Schlieren Sö-Gruppe oder aber einfach nur Pilatusblick, Bergkristall oder Alpäblüemli. Im Gegensatz zu den Bündnern handelt es sich in der Regel um reine Schwyzerörgeli-Formationen mit Bass.

1997 waren es wiederum die Bündner, die in ihrem Felsberg erstmals ein eidgenössisches Treffen von Grossformationen organisierten. 17 nahmen damals teil, 20 bis 30 an den weiteren vier eidgenössischen Anlässen, die in Abständen von drei bis vier Jahren im Wallis (Riederalp), im Berner Oberländer Diemtigtal, in Aarau und in Genf-Benex stattfanden. Jetzt folgt am Wochenende das sechste Treffen in Wattwil. Organisiert wird der gleichzeitig zusammen mit dem Wattwiler-Fest stattfindende Anlass von der Schwyzerörgeli-Grossformation Toggenburg-Appenzell. Am Freitagabend wird der Grossanlass mit verschiedene Kleinformationen aus den Reihen der gastgebenden Grossformation eröffnet. Der Unterhaltungsabend wird bereichert durch das Landjugendchörli Säntis, das Schmittechörli Necker und zum Tanz das Schwyzerörgeli-Trio Hess-Buebe.

Ähnlich wie beim NOS- Jodlerfest 2013 wird wieder ein Festdorf mit 30 Beizlis, diversen Marktständen und anderen Vereinsattraktionen aufgebaut. Das Dörfchen lädt ein zum Musizieren, Zuhören, Flanieren, Verweilen und Geniessen des kulinarischen Angebotes. Parallel zu den Festivitäten des Wattwilerfestes stehen der Samstag und der Sonntag jedoch ganz im Zeichen der vielen Schwyzerörgeler aus allen Landesgegenden. Auf insgesamt fünf Bühnen werden die rund 25 teilnehmenden Schwyzerörgeli-Grossformationen alternierend ihr Können zum Besten geben und in verschiedenen Zelten gibt es weitere Bühnen, auf welchen Kleinformationen spontan aufspielen können.

Geris Ländlertipp mit vielen aktuellen Ausgehtipps gibt es jeweils auch akustisch auf www.radiotell.ch