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Geris Ländlertipp vom 9. August 2017

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Burri trennt sich von Thuri

Bei der doch ansehnlichen Anzahl von Ländlermusikformationen in der ganzen Schweiz ist es natürlich, dass es in deren Zusammensetzungen wegen Zu- oder Abgängen immer wieder zu Wechseln kommt. Viele Musikanten spielen darum oft auch ziemlich spontan und flexibel mit- und untereinander….hundswiis.

Wenn in einer bekannten Kapelle Rochaden bevorstehen wie beispielsweise bei Carlo Brunner, bei der Akkordeonist Martin Nauer Ende Jahr nach weit über 40-jährigem, gemeinsamen Musizieren aufhört, ist das auch in der Ländler-Szene schon ein markanter Einschnitt. Wird bei einer nächsten Spitzenformation schon nach drei Jahren höchst erfolgreichen Musizierens eine völlig überraschendeTrennung bekannt, sieht das einer überstürzten Scheidung unter Stars und Sternchen der Glamour- und Glitzerwelt in der Filmbranche oder verwöhnt-begüterten High Society ähnlich. Vergleichbar mit einem Riesenknall mit Auflösungstendenz in einer abgehalfterten Rockband auch.

Nichts da. Und doch. Nach einem ersten Auftritt im Februar 2014 löste der Berner Edwin Burri im Quartett von Thuri Prisi den Toggenburger Ueli Stump am Klavier ab. Noch vor Ende einer vierjährigen Zusammenarbeit hat Edwin Burri aus persönlichen Gründen soeben den Abgang aus der Formation Prisi-Mosimann-Burri-Mader kommuniziert.

Wie der 2014 von Edwin Burri vollzogene Wiedereinstieg nach über 17-jähriger Abstinenz von Piano, Volksmusik und öffentlichen Auftritten eine erfreuliche Überraschung darstellte, erfüllt der zwischen Burri und Prisi in gegenseitiger Akzeptanz getroffene Entscheid dagegen die Anhänger der Innerschweizer-Ländlermusik im Heirassa-Stil keineswegs mit Freude. Keine Formation interpretierte die Musik der Vorbilder Kaspar Muther, Walter Grob, Willi Valotti und Alois Schilliger so umfasssend, intensiv und authentisch wie die Kapelle  Prisi-Mosimann-Burri-Mader. Insbesondere Edwin Burri, als Sohn des legendären Berner Kapellmeisters und Bläsers Peter Burri von Kindheit an bestens vertraut mit der Musik Alois Schilligers, bezeichnete den «Heirassa-Wysel» stets als sein grosses Vorbild. Was nicht erstaunt, wer Burris Klavierbegleit aufmerksam zuhört.

Mit Prisis Formation  wird Burri aber leider nicht mehr zu hören sein, was mit Sicherheit viele Fans der Formation bedauern. Edwin Burri wird sich jedoch mit Sicherheit nicht nochmals wie einst eine längere Enthaltsamkeit auferlegen, sondern je nach Verfügbarkeit vorderhand als Aushilfe einspringen, bevor er sich nach Prüfung allfälliger Möglichkeiten wieder fest einer neuen Formation anschliesst. Eine fruchtbare Fortsetzung der Musikerlaufbahn ist sowohl ihm selber wie auch Thuri Prisis Formation von Herzen zu wünschen. Und uns Konsumenten zu gönnen.

Geris Ländlertipp mit vielen aktuellen Ausgehtipps gibt es jeweils auch akustisch auf www.radiotell.ch