Volksmusiker wollen den Unspunnenstein zurück

Ugspunne

Unspunnestei, chumm wieder hei!

Im Vorfeld des diesjährigen Schweizerischen Schwing-, Trachten- und Alp-hirtenfestes haben sich über hundert Interpreten zusammengefunden, um in Ergänzung zum neuen Unspunnenlied eine bunte Mischung an Volksmusikklängen zu veröffentlichen.

Das 10. Unspunnenfest steht vor der Türe und viele Volksmusikinterpreten werden vom 26. August bis 3. September in Interlaken ihre schönsten Kleider anziehen und viele individuelle Facetten helvetischen Brauchtums öffentlich darbieten. Gut hundert von ihnen haben bereits im Vorfeld des grossen Brauchtumsanlasses die CD «Ugspunne guet» realisiert. Sie dokumentieren damit ihre grosse Vorfreude auf das traditionsreiche Fest, welches nur alle 12 Jahre stattfindet. Im Zentrum der brandneuen Produktion steht das Unspunnenlied. Der eingängige volkstümliche Schlager wird vom 20-jährigen Sänger Pädu in jugendlich frischer Manier interpretiert und erhält durch die Mitwirkung von zwei Jodlerinnen, einem Jodlerklub, einem Alphornbläser und diversen Ländlermusikanten einen volkstümlichen Anstrich. «Unspunnestei, chumm wieder hei!» ist die Botschaft des neuen Liedes, welches dem verschwundenen Unspunnenstein musikalisch zuruft, er möge doch endlich wieder in seine Heimat zurückkehren.

Ohne musikalische Grenzen
Hinter dem Unspunnenlied und der CD «Ugspunne guet» stehen zwei befreundete Musikproduzenten, welche seit vielen Jahren erfolgreich mit beiden Beinen in der Schweizer Musikszene verankert sind und mit ihrem Wirken schon zahlreiche Interpreten bei der Realisierung von Tonträgerprojekten unterstützt haben. Initiand und ADLER-Produzent Stefan Schwarz kennt man in der Szene auch als Redaktor und Mitherausgeber der Brauchtums- und Volksmusikzeitschrift «Land&Musig» oder als aktiver Volksmusiker. Für die klangliche Umsetzung des 72 Minuten langen Albums zeichnet Markus Sahli vom alpenländisch-Tonstudio verantwortlich. Der Musiker und Tontechniker ist ebenfalls auf verschiedenen Bühnen zuhause, betreibt eine eigene Alphornschule und begeistert regelmässig mit seiner vielseitigen Alp-hornshow.

Auf die Frage, ob sich die Vermischung von volkstümlichem Schlager, Ländlermusik, Alphorn- und Jodelklängen im Zusammenhang mit dem Traditionsanlass überhaupt rechtfertigen lasse, verweisen die Beiden auf das diesjährige Festprogramm und ergänzen: «Der Unspunnengedanke hat schon immer Menschen zusammengeführt! Und genau deshalb haben im Umfeld von Unspunnen bei der Ausgabe 2017 neben überlieferten Traditionen auch andere Einflüsse durchaus ihren Platz!». Man trifft auf der CD «Ugspunne guet» also zum Beispiel auf das traditionsbewusste Ländlerquartett Müller-Lüthi-Alder, während sich die Kapelle Holdrioo aus dem Appenzellerland ohne jegliche Berührungsängste sogar fremdländischer Melodien bedient. Die Sängerin Wally Schneider ihrerseits bekundet mit «Eiger, Mönch & Jungfrau» dem bekannten Dreigestrin ob Interlaken in Form eines süffigen Schlagers ihre Sympathie und Beny Rehmanns virtuose Alphornpolka erstrahlt in ganz neuem Glanz.

Mit zahlreichen Junginterpreten
Unter den Mitwirkenden der vielen Neuaufnahmen sind bewusst nicht nur bekannte Namen aus der Szene zu finden. Die Initianten motivierten nämlich diverse nur selten oder noch gar nie auf Tonträger verewigte Interpreten dazu, ihr Können aus aktuellem Anlass unter Beweis zu stellen. So bereichern unter anderem das urchige Echo vom Ürnerländli, die spritzigen Örgeli-fründe Aegelsee aus dem Simmental, der Nidwaldner Alphornbläser Pascal Barmettler, die Jodlerinnen Natascha & Maruschka Monney aus dem Kanton Freiburg oder das Innerschweizer Schwyzerörgeli-Quartett Rigigruess das bunte Programm der neuen CD «Ugspunne guet».