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Geris Ländlertipp vom 20. September 2017

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Blick in die Sammlung Dür

Jeden Freitag präsentiert SRF-Volksmusikredaktor Dani Häusler um 10.40 Uhr eine Perle aus der «Sammlung Dür».  Und als Wiederholung jeden Mittwoch in der «Fiirabigmusig». Was aber, werden sich LeserInnen fragen, sind Perlen aus der Sammlung Dür? Und was ist unter dem Begriff selber zu verstehen?

Zu den Perlen: Selbstverständlich geht es vorwiegend um Gesang, Musik und oft um Ländlermusik. HörerInnen erfahren manchmal aber auch anderes. Am 18. November des letzten Jahres zum Beispiel konnte Dani Häusler zum «Ämtler Marsch» des Männerchor Affoltern am Albis nur dürftige Informationen in Erfahrung bringen. Häusler entdeckt solche Infos entweder auf Notizzetteln zur jeweiligen Tonaufnahme, die gerade gesendet wird, oder recherchiert zum Thema von sich aus weiter. «Saumässiges aus dem Säuliamt» hiess damals die Ankündigung zu Häuslers Beitrag aus der Sammlung Dür, der schliesslich in zwei Erklärungen aufschlussreich verriet, wie das Knonaueramt seinen Übernamen Säuliamt erhielt.

Zur Sammlung Fritz Dür: Er war Leiter der Sonothek von Schweizer Radio International. Zwischen 1957 und 1967 trug er aus Beständen der einzelnen Radiostudios (Zürich, Basel, Bern, Lugano, Lausanne, Genf) rund 8000 Live-Aufnahmen aus der ganzen Schweiz zusammen. Einzelmusiker und Formationen wurden damals in die Studios eingeladen, um für den Kurzwellendienst (KWD) Eigenaufnahmen auf Tonband zu produzieren. Die einzigartige Sammlung schlummerte während vieler Jahre im Archiv vom Schweizer Radio und wurde vor ein paar Jahren wieder entdeckt. Die Musikhochschule Luzern erhielt in der Folge den Auftrag, das vorhandene Material zu sichten und zu prüfen, was damit zu machen sei. Der Musiker und Komponist Dani Häusler lernte so die «Sammlung Dür» kennen. «Das Interessante an dieser Sammlung ist, das sie querbeet alles Mögliche enthält: Volksmusik, Ländler, Jodel und auch Unterhaltungsmusik», beschreibt Dani Häusler seinen diesbezüglichen Job.

Bei der Sammlung handelt es sich um ein kopiertes Dossier, deren Entstehung und Entwicklung sich über Archivfragmente und aktuelle Interviews rekonstruieren liess. Das Schweizer Radio jener Zeit hatte einen grossen Bedarf an Unterhaltungs- und Volksmusik, die bei den Hörer/innen schon damals sehr beliebt war. Auch der Kurzwellendienst benötigte immer wieder aktuelle Musik. Sie hatte verschiedene Zwecke zu erfüllen, in erster Linie aber für ein mehrteiliges Zielpublikum attraktiv zu sein. Hiess: Auslandsschweizer mit populärer Musik aus der Heimat erfreuen, für das internationale Publikum Schweizerische Kultur vermitteln und auch für das schweizerische Publikum gut klingen. Das tut sie über die erwähnten Archivaufnahmen noch immer. Zu hören jeweils Mittwochabend «Fiirabigmusig» oder am Freitag Musikwelle um 10.40 Uhr.

Geris Ländlertipp mit vielen aktuellen Ausgehtipps gibt es jeweils auch akustisch auf www.radiotell.ch